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Sebastianbruderschaft

Seitenaltar zum Hl. Sebastian in der Pfarrkirche in Crostwitz

600-jähriges Jubiläum der Bruderschaft 2020

Im Jahr 2020 feiert die Sebastianbruderschaft ihr 600 jähriges Bestehen. Dazu werden um den Gedenktag des Hl. Sebastian am 20.01.2020 Feierlichkeiten stattfinden die in den nächsten Wochen konkretisiert und vorbereitet werden. Später dazu nähere Informationen.

Die Geschichte der Bruderschaft in Crostwitz

Die Sebastianbruderschaft wurde im 15. Jahrhundert gegründet, als die Pest in dieser Gegend grassierte. Ziel war es, den Betroffenen mit Gebet und sozialer Hilfe beizustehen. Die erste Statue des hl. Sebastian in der Pfarrei Crostwitz wurde 1635 in Schweinerden aufgestellt. Mit der Erneuerung der Bruderschaft 1860 wurde eine Statue in der Nähe des Friedhofseinganges in Crostwitz aufgestellt. 1989 erfolgte eine Restaurierung der Statue nach der Barockvorlage von 1735. Zuletzt wurde die Bruderschaft im Jahr 2000 erneuert.

Aus dem Leben und Wirken der Sebastianbruderschaft in Crostwitz

Die Mitglieder der Bruderschaft hatten schon um 1450 einen eigenen Bruderschaftsfriedhof in Crostwitz. 
- Papst Benedikt XIII. schenkt der Pfarrei am 7. September 1726 den Ablassbrief.
- Für den Neubau der Pfarrkirche in Crostwitz schenkt die Bruderschaft 1769 eine größere Geldsumme.
- 1782 bekommt jedes Mitglied gedruckte Satzungen und Gebete der Bruderschaft in sorbischer Sprache.
- Die Pfarrei besitzt eine dem hl. Sebastian geweihte Glocke aus dem Jahr 1955. Auf dieser ist die Inschrift: "Heiliger Sebastian! Krankheiten abwehren, den Himmel aufschließen!" in sorbischer Sprache.
- Seit dem Jahr 2000 beten die Gläubigen am Vorabend zum Fest des heiligen Sebastian vor Bildstöcken dieses Heiligen.
- 2000 wurde der neue Seitenaltar des hl. Sebastian in der Crostwitzer Pfarrkirche geweiht.

Statue des Hl. Sebastian vor dem Friedhofseingang auf dem Kirchberg in Crostwitz

Gebet der Bruderschaft

Allmächtiger, ewiger Gott! Ich bete und beuge mich vor deiner göttlichen Herrlichkeit. Ich danke dir, dass du mich gnädig erhalten hast. Ich bitte dich, mein Leben auch in Zukunft zu segnen, mir Verstand, Gesundheit und geistigen Frieden zu schenken. Ich bitte dich, damit ich mein Leben zu deinem Wohlgefallen ordne, dass ich in starkem Glauben, mit kindlichem Vertrauen zu Dir, in reiner Liebe, in Gottesfurcht und Gehorsam dir diene und das eines Tages mein Leben christlich und selig endet. Deshalb nehme ich mir vor, nach dem Vorbild des Hl. Sebastian zu leben. Nimm mich an und segne mein Vorhaben. Gib mir die Kraft und Stärke, dass ich als Christ und Mitglied der Sebastianbruderschaft würdig lebe und dich einst nach seligem Tod erblicke. Amen.

Empfehlungen der Bruderschaft

Jedes Mitglied der Sebastianbruderschaft sollte sich um Folgendes bemühen:

  1. Täglich das Vaterunser und Gegrüßet sei du Maria beten. Sonntags zusätzlich das Glaubensbekenntnis mit dem Vorsatz, Gott möge alle Mitglieder der Bruderschaft und das ganze Land vor Not, insbesondere vor der Pest und anderen Krankheiten, schützen.
  2. Christlich leben und mit eigenem Vorbild die Ängste dieser Zeit, wie Lauheit im Glauben, Materialismus oder Selbstsucht überwinden helfen.
  3. Nach dem Vorbild unserer Vorfahren einen Tag vor dem Fest des Hl. Sebastian fasten und zum Fest die Sakramente der Buße und Eucharistie empfangen.
  4. Beten und für die Angelegenheiten der Kirche und Notleidende opfern.
  5. Zu den Quatembertagen, im Advent, in der Fastenzeit, in der Woche vor Pfingsten, in der ersten Oktoberwoche und an den ersten Freitagen im Monat um gute Priester und Ordensnachwuchs beten.
  6. Die Kranken besuchen, sie trösten, ihnen raten und helfen.
  7. Für die Verstorbenen, besonders der Bruderschaft, zu den Gebetszeiten beten und sie nach Möglichkeit zum Grab geleiten.
  8. Für die Angelegenheiten der Bruderschaft opfern.

     

Der Hl. Sebastian

Aus dem Leben des Hl. Sebastian

Das Leben des Hl. Sebastian ist geschichtlich nicht dokumentiert. Sein "Lebenslauf" beruht demnach auf Legenden unter Herleitung aufgrund seiner Grabstätte und seines Namens.

Er war wohl ein Soldat währen der Regentschaft von Kaiser Diokletian (284 bis 305), der für seine Christenverfolgung (303) bekannt war. Er verheimlichte seinen Glauben am Hofe und half so zahlreichen Christen die im Kerker gefangen waren. Er sprach ihnen Mut zu und soll sich um die Beerdigung der Märtyrer gekümmert haben. Als Kaiser Diokletian von seiner Zugehörigkeit zum Christlichen Glauben erfuhr, verurteilt er ihn zum Tode. So wurde der Hl. Sebastian an einen Pfahl gebunden und von Bogenschützen erschossen. Die Hl. Irene holte seinen vermeintlichen Leichnam zur Bestattung vom Pfahl, erkannte, dass er noch lebte und pflegte ihn gesund. Daraufhin stellte sich Sebastian erneut vor den Kaiser, dieser jedoch ließ ihn im Circus erschlagen und in einen Abwasserkanal werfen.

Aus dem Kanal gezogen, wurde Sebastian in den nach ihm benannten Katakomben an der Via Apia begraben. Über diesen Katakomben wurde ihm zu Ehren eine Pilgerkirche gebaut.

Sein Gedenktag

Todestag wahr wohl im Jahr 288 am 20.01. Bereits 354 wurde das Martyrium des Sebastian offiziell bezeugt. Aus dieser Zeit stammt bereits die Kirche ihm zu Ehren.

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